Kategorie Archive: Agentur – News

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Beauty

Weichgespülte Charaktere in Moll

 

Seit vergangenem Donnerstag ist die neue Realverfilmung eines Disney-Klassiker in den Kinos angekommen. Nach Blockbustern wie „Maleficent“, „The Jungle Book“ und „Cinderella“ holt das Mickey Mouse-Label nun den französischen Märchenklassiker „Die Schöne und das Biest“ in die mehr oder weniger reale Welt. Das bekannte Märchen über ein junges Mädchen, dass in einem Schloss ihren Vater aus dem Verlies rettet, seinen Platz einnimmt und sich damit in die Hände eines schrecklichen Biests begibt, zog die Besucher bereits 1991 als Zeichentrickfilm in seinen Bann.

Meine Erwartungen an diese Neuauflage sind entsprechende hoch, denn mit seinen klar umrissenen Charakteren, die wie von Unruh’s Zahnräder perfekt in einander spielten, gefühlvollen und mitreißenden Melodien, gehörte der Trickfilm von 1991 zu meinen absoluten Favoriten der Traumschmiede Disney. Und nachdem das Haus mit den letzten Realverfilmungen gezeigt hat, dass sich Figuren auch weiter entwickeln können, sich positiv verändern und dennoch dem Charme des Originals nicht verloren geht, muss gerade diese Verfilmung ein Erfolg werden.

Doch bereits im Vorfeld begannen die Zweifel bei der Besetzung der Belle. Ein Mädchen, dass gebildet ist, sich nicht von der simplen Einfachheit und Gewohnheit der Menschen um sie herum anstecken lässt, und klare Vorstellungen vom Leben hat, braucht einen starken, wandelbaren Charakter. Für die Zeit ein starkes Mädchen, die die Welt um sich herum nicht als selbstverständlich nimmt, mutig ist und dennoch etwas zartes, Verletzliches hat. Konnte Emma Watson in der Hauptrolle diesem Anspruch gerecht werden?

Ihre Darstellung der Belle hatte durch aus ein paar Höhepunkte, aber leider entwickelte sie die Figur im Film nicht weiter, sondern kam vom Anfang bis zum Ende als ein recht plumpes Bauernmädchen herüber, der es sowohl in der Mimik wie auch in der Körpersprache an Abwechslung und Ausdruck fehlte. Der Wandel von einem einfachen Mädchen zu einer starken Frau, bleibt ein wenig auf der Strecke und hätte stärker gezeigt werden können. Gar nicht zu vergleichen mit der großartigen Lily James, die 2015 in der Realverfilmung von Cinderella die Titelrolle verkörperte. Sie schaffte diesen Spagat mit Bravour.

Somit fehlte schon gleich der Zauber der weiblichen Hauptfigur und auch die Beziehung zwischen Belle und dem Biest war in der Entwicklung nicht nachvollziehbar. Erst einmal war das Biest nicht wirklich böse und angsteinflößend, sondern wirkte wie ein verwöhnter Junge, was sich nicht viel veränderte.  Im Allgemeinen fehlte es bei allen Figuren an Entwicklung. Man bewegte sich auf einem ganz sicheren Level, ohne mal ein wenig zu überzeichnen oder wagemutiger zu sein, dass man in „The Junge Book“ und „Cinderella“ definitiv war. Da half auch kein schwuler „LeFou“ (Gastons Kumpel) und die immer mehr wachsende Zahl an gemischtrassigen Pärchen, die uns die Medien als super News verkauften.

Nun zu den Nebenfiguren, die in einem Disney-Abenteuer das Salz in der Suppe sind. Die Mouse-Fabrik sparte auch hier nicht mit großen Namen und so traten Emma Thompson als Madame Pottine, Stanley Tucci als Cembalo, Ewan McGregor als Lumière und Ian McKellen als Von Unruh auf den Plan. Alles großartige Mimen, die tatsächlich das Potenzial haben, jede einzelne Eigenschaft der Charaktere bis ins Letzte auszureizen. Gerade der penible, leicht zänkische Von Unruh in Verbindung mit dem dauerflirtenden Charmeuer Lumière sorgten im Original für viel Kurzweil. Doch leider hat Disney es hier mit den Nebenfiguren sehr übertrieben. Man verlor sich in perfekter Animation und in so vielen optischen Details, dass die Figuren miteinander und dann wieder jede für sich, zum Teil in Belanglosigkeit untergingen. Man setzte auf tolle Namen und bot ihnen gar nicht die Chance zu Entfaltung. So hätte ich mir gewünscht, sie am Anfang bei der Verwünschungs-Szene noch in real zu sehen und zu erleben, wie sie dann zu dem werden, was sie sind. Stattdessen sah man viele, weiß gekleidete Damen um den Prinzen herum, die für die Handlung eigentlich keine Rolle spielten.

Selbst als der Zauber aufgelöst wird, wird das Schloss zu einem Massenauflauf an Menschen, wo jeder einzelne Akteur einfach in der Menge untergeht – und mal im Ernst, ich habe Ewan McGregor nach der Verwandlung überhaupt nicht erkannt. Während sich der Trickfilm die Zeit nimmt, jedem Charakter seinen Raum zu geben, rutscht man in dieser Verfilmung in ein Meer von Details, Animationen, Menschen, die über die Schwächen der Hauptpersonen hinweg zu täuschen scheinen. Man hat das Gefühl als fliege die Kamera die meiste Zeit um die Figuren drum herum und mit dem Fliegen kommt die für Disney-Filme scheinbar mittlerweile typische Bewegungsunschärfe in 3D dazu, was gerade bei der Ballszene dafür sorgt, dass man sie nicht genießen kann.

Was im Ende leider übrig bleibt, ist zwar ein nett gemachter Film, wo der Pomp überragte und das Schauspiel auf der Strecke blieb. Jeder wirkt als stünde er auf der Handbremse und mit zu viel Weichspüler intus. Da können auch die neuen Hintergrundinformationen, die man versuchte einzubauen, nichts dran ändern, denn sie wirken sehr künstlich platziert und wenig glaubhaft (besonders die Szene in Paris und die Erkenntnis von Belle, was mit ihrer Mutter geschehen ist). Selbst Luke Evans, der sehr gut in die Rolle des Gastons passt, schafft es nicht, den Jähzorn, die unfassbare Arroganz und die grenzenlose Selbstliebe so heraus zu arbeiten, dass man nah ans Original kommt, da hilft auch ein schwuler Kumpel an seiner Seite nicht, um für News zu sorgen.

Man hat sich hierbei wirklich sehr nah an das Original gehalten, neue Ideen wirken dagegen sehr künstlich und gezwungen eingebaut. Für einen Fan des Klassikers wird diese Variante nicht einmal im Ansatz das Herz treffen. Für die, die das Original vielleicht nicht kennen, ist es ein buntes, abwechslungsreiches Bonbon à la Disney, das sich leider in zuviel Gesang, viel zu vielen Details und Pomp verloren hat.

Zudem kam die sehr schlechte Synchronisation des Films dazu. Klar, in den Gesangsszenen lippensynchron zu sein, kann nicht klappen, aber dafür sollte man es bei den Textpassagen zumindest versuchen. Man hatte sehr häufig das Gefühl, dass die Figuren zwar redeten, aber das eine nicht zu dem anderen passte.

Aber Disney wäre ja auch nicht Disney, wenn es immer ein kleines Bonbon gäbe und so sorgte Weltstar Celine Dion, die im Original von 1991 den Titelsong sang, für mein persönliches Highlight des ganzen Films. Völlig unerwartet tauchte ihre Stimme im Abspann auf und performte die wunderbare Ballade „How Does A Moment Last Forever“.

Liebe Presse, das wäre eine tolle News gewesen und nicht, dass es einen ersten, schwulen Disney Charakter und ein Land – ich sage nicht welches – deswegen die FSK-Grenze hochsetzt! So etwas heute noch als NEWS pushen zu müssen, ist traurig genug.

Mein Tipp für alle, die dieses Märchen sehr gerne mögen, ist die Verfilmung von Christophe Gans aus dem Jahr 2014 mit dem charismatischen Vincent Cassel und der beeindruckenden Léa Seydoux. Hier erlebt man wirklich, wie nah man sich an ein Buch halten kann, aber mit tollen, neuen Ideen für mehr Spannung sorgen kann. Auch die Idee, wie hier Hintergrundinformationen eingeflochten werden, ohne künstlich zu wirken, ist ausgezeichnet gelöst. Wer diesen Film zuerst gesehen hat, wird sich mit „Disney’s die Schöne und das Biest“ leider sehr schwer tun.

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Photos (C) Disney, Pathé Distribution

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Mit besten Grüßen

Stephan Burghardt

Wie eine Kultur und das Leben von Tieren mit Füßen getreten wird. Ein Reisebericht von Stephan Burghardt.

Nach einer Reise hat jeder von uns viel zu erzählen. Erlebnisse, Eindrücke, den einen oder anderen komischen Vorfall, der für Heiterkeit unter Freunden und Bekannten sorgt. Gerade in einem Land mit einer so aufregenden und spannenden Geschichte wie Ägypten, nimmt der Besucher etwas für die Ewigkeit mit. Doch leider sind das nicht immer positive Erlebnisse, denn das, was wir bei unserem eintägigen Ausflug in die Hauptstadt Kairo erlebt haben, ließ uns das Blut in den Adern gefrieren und die Tränen in die Augen schießen. Ein Erlebnis, dass niemand ertragen kann, der auch nur den kleinsten Funken Tierliebe und Respekt Kulturen und Lebewesen gegenüber in seinem Herzen besitzt.

Mit dem Besuch von Kairo sollte unsere nächste Kulturetappe in Ägypten starten und so steigerte sich die Vorfreude auf die monumentalen Pyramiden von Gizeh, dem letzten noch bestehenden Weltwunder, dem imposanten Sphinx und nicht zu guter Letzt den unschätzbaren Relikten der alten Pharaonen im Ägyptischen Museum in Kairo. Wir verließen früh morgens den Flieger und wurden vom deutschsprachigen Reiseleiter abgeholt, der aufgrund seines Studiums der Ägyptologie und der Germanistik über exzellente Sprachkenntnisse und Hintergrundinformationen zur Stadt und der Lebensweise verfügt. Nach einer langen Fahrt in die Stadt, einem Besuch der malerischen Altstadt, wartete das Ägyptische Museum auf unser aufgeregtes Reise-Trio. Wir wurden nicht enttäuscht, und auch wenn die asiatischen Reisegruppen uns eher zwischen den Beinen herumliefen, konnten wir den Blick nicht von den monumentalen Statuen und den unermesslichen Schätzen lassen, die jeder von uns schon im Fernsehen und in Büchern, doch nie live gesehen hatte. Natürlich waren die Schaukästen etwas in die Jahre gekommen und hier und dort wäre mal etwas Ordnung und Farbe angebracht gewesen, aber das war Nebensache vor all der Schönheit, die uns dort erwartete.

Nach dem Mittag sollte uns nun das große Finale erwarten: Gizeh mit den Pyramiden der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos sowie der drei Königinnenpyramiden und dem eindrucksvollen Sphinx. Es kribbelte schon in den Fingern und das Essen konnte nicht schnell genug gehen, doch es sollte alles ganz anders kommen.

Mal ganz davon abgesehen, dass man es für sinnvoll hielt, die Häuser fast bis an die Grenzen der Pyramiden zu ziehen, schob sich eine ewige Blech-Karawane den Berg hinauf bis kurz vor die Cheops-Pyramide. Für uns etwas absurd, aber nachvollziehbar, wo doch jeder auf der Welt dieses einmalige Erbe sehen wollte.

Nun hätte man meinen sollen, dass den Grabmälern ein wenig Respekt gezollt werden würde, doch umso schockierter waren wir von dem Bild, dass sich dort bot. Tausende von Touristen – davon knapp 75% Ägypter, die derzeit Ferien hatten, und andere arabische Besucher mit äußerst fragwürdigen Manieren sowie 15% Asiaten und die restlichen teilten sich dann in andere Nationalitäten auf – schoben sich zwischen Autolawinen bis dicht an die Pyramiden heran und gerade arabisch abstämmige Zeitgenossen, auf deren Land sie erbaut worden waren, zollten den Grabmälern keinen Respekt, sondern kletterten wie wilde Bestien auf ihnen herum, hinterließen mit dicken Stiften ihre Unterschriften auf den Steinen, so dass die Ordnungshüter dem kaum gerecht werden konnten (uns wurde gesagt, es seien meistens Ägypter, doch waren es auch Menschen aus dem gesamten arabischen Raum). Der Fluch der Pharaonen schien ganz neue, andere Auswirkungen zu haben. Das Volk, das mit dem Tourismus lebt und von ihm, sieht hilflos zu, wie sein Erbe denunziert wird und leistet doch leider aus der Notlage heraus einen ebenso schlimmen Beitrag...

Sind Nutztiere wertlos?

Doch das war noch lange nicht das Schlimmste Erlebnis des Tages. Denn jeder kennt die netten Postkarten mit Pferden und Dromedaren vor der malerischen Silhouette der Pyramiden. Die Realität hat uns einen Schock versetzt, der selbst jetzt – über eine Woche nach der Heimkehr – immer noch in den Gliedern sitzt. Auf unebenen Wegen voller Müll, Steinen und losem Geröll schoben arme, ägyptische Viehtreiber eine Horde von Dromedaren und Pferden durch die Massen zur Belustigung des Pöbels. „Wollen Kamelreiten?“, wurden wir immer wieder gefragt und beim Anblick der Tiere stockte uns der Atem. Das, was wir dort sahen waren nicht nur 10 oder 20 Tiere, nein, knapp 200 Pferde und knapp 100 Dromedare wurden dort gepeinigt, gequält und bis aufs Blut ausgebeutet, direkt unter den Augen der alten Pharaonen.

Das einzige Fot, das wir machen konnten und diesem Tier ging es noch sehr gut im Verhältnis zu den Anderen.

Das einzige Foto, das wir machen konnten und diesem Tier ging es noch sehr gut im Verhältnis zu den Anderen.

Wir mussten hilflos mit ansehen, wie sich Touristen – und wir haben es beobachtet, es waren fast ausschließlich wohlhabende äÄgyptische und massig arabische Touristen – mit sechs Leuten in eine Kutsche begeben haben, um den Weg von einer Pyramide zur anderen zu nehmen. Nur war das Tier, welches den Wagen zog, nicht einmal mehr in der Lage, alleine zu laufen, da es nur noch aus Haut und Knochen bestand sowie übersät von offenen, blutenden Wunden war. Ein Horrorzirkus, den kein Mensch mit Achtung vor Tieren ertragen kann, schob sich wie eine giftige Brühe zwischen den Pyramiden entlang. Sich wehren war für die Tiere keine Möglichkeit, denn entweder fehlte ihnen die Kraft oder bei der kleinsten falschen Bewegung hagelte es harte Peitschenschläge auf die eh schon fast zu Tode geschundenen Leiber. Wohin man sah, es gab nur gequälte Tier, offene Wunden, spitz hervor ragende Knochen und Augen, die sich den Tod wünschten als das Leben!

Quelle: Internet

Quelle: Internet

Pferdekutschen wurden zwischen den Reisebussen die Hügel nach oben gejagt, nur zur Belustigung dieses faulen Packs ohne Moral und Anstand. Die Kutschen wurden durch die fahrenden Reisebusse gelenkt und bei jedem Aufbäumen hagelte es Schläge mit der Peitsche. Offene Wunden an den Knien, rohes Fleisch dort, wo das Geschirr fest gezurrt wurde sowie unter den Sätteln, und Augen, die mehr den Tod herbeisehnten als das Leben, das keines war.

An einem Welterbe der UNESCO werden grausamste Tierquälereien zu gelassen, vor denen jeder Ordnungshüter, der dort steht, seine Augen verschließt – natürlich, denn schließlich werden sie ja auch von den Tiertreibern geschmiert und sacken sich noch Geld ein (man beachte bitte, dass es in Ägypten kein Gesetz zum Tierschutz gibt und sie dort als Nutztiere angesehen werden, ebenso mit den Menschenrechten ist es aufgrund der verheerenden, politischen Situation nicht weit her).

Mit diesen Bildern im Kopf konnten wir natürlich die Pracht der entweihten Bauwerke gar nicht mehr genießen und stellen uns selbst vor dem Sphinx immer wieder die Frage, warum niemand etwas dagegen unternehmen kann, warum solche Schauspiele nicht verhindert werden können und vor allem, warum ein Volk mit so einer unglaublichen Vergangenheit, zulässt, dass seine Geschichte mit Füßen getreten wird und alles aussaugt, um an Geld zu kommen, egal, was und wer dabei auf der Strecke bleibt (die Not im Lande ist leider extrem groß und Pauschalurlaube helfen den Veranstaltern, aber nicht dem Land). Ein Leben hat in Ägypten scheinbar keinen Wert, sofern es nicht das eigene oder das der Familie ist.

Am Boden zerstört, verließen wir vorzeitig diesen grausamen Horror-Zirkus und stellten erst einmal unseren Reiseführer zur Rede, der sich das Schauspiel selbst wohl noch nie so genau angesehen hatte, denn er wirkte recht schockiert nach unserer sehr bildreichen Beschreibungen der Szenerie. Seine Erklärungen dafür schockten uns eigentlich noch mehr, denn derzeit sei es in Ägypten wohl so, dass es eigentlich keine funktionierende Regierung gibt, also auch keine vernünftige Staatsmacht, die durchgreift, sich um die Einhaltung von Gesetzen kümmert, geschweige denn etwas für die Rechte von Lebewesen tut. In Ägypten ist jeder auf sich alleine gestellt und so dominiert Machtmissbrauch, Egoismus und Korruption das Bild. Man sei sich der Situation bewusst und er wusste auch zu berichten, dass so ein Tier an den Pyramiden nicht länger als vier Monate durchhält – wir müssen dabei anmerken, dass viele der Tiere nicht einmal ausgewachsen waren. Nun stellte sich uns aber die Frage, was machen die Tiere bei Temperaturen von 30, ja gar 40 Grad im Sommer, wo sie heute bei 25 Grad weder Wasser noch etwas zu fressen bekamen? Ein Schulterzucken war die Antwort auf diese Frage.

Uns ist es bewusst, dass es Ägypten mehr als schlecht geht, schließlich kommen heute nur noch 10 Prozent der Touristen ins Land wie früher, aufgrund der negativen, internationalen Meldungen und Unruhen hungert das Land – nicht umsonst sieht Kairo aus wie ein übergroßer Müllschlucker mit bewohnten Bauruinen, aber wir sehen da keinen Grund, Ausbeutung zu betreiben wie es die alten Pharaonen bei ihren Sklaven gemacht haben. Hier geht es um Lebewesen und das Bewusstsein zu haben, dass die UNSECO die Pyramiden als Weltkulturerbe auserkoren hat – zu Recht wie wir finden – aber dennoch nichts dafür getan wird, dass dieses Erbe und alles, was dazu gehört, geschützt wird, stellt ein sehr fragwürdiges Bild auf. Andere Länder, andere Sitten mag man da sagen, aber die Zeit Lebewesen nur als Nutztiere zu sehen, die ausgetauscht werden, wenn sie nichts mehr wert sind, ist vorbei. Es sagt sich zwar so einfach, wenn man in einer florierenden Industrienation wie Deutschland wohnt, auch hier haben wir unsere schwarzen Schafe, wie das Schreddern von männlichen Küken, Massentierhaltung… man könnte sie Liste endlos fortführen.

Aber als Gast in ein Land zu kommen und sich diesem grausamen Spektakel ausgesetzt zu sehen, verringert die Chance des Landes wieder mehr Touristen und damit auch mehr Geld ins Lang zu bekommen. Vielleicht mag diese Handlungsweise im Naturell und dem Charakter der Ägypter (sowie der aktuellen Situation im Land) liegen, dann hat aber die internationale Aufklärung vollkommen versagt, denn ich weigere mich zu glauben, dass nicht jeder einzelne von uns etwas tun kann und umso froher war ich zu sehen, dass keine Touristen westlicher Abstammung ein aktiver Teil dieser Massentierquälerei waren. Auf die Frage des Reiseführers, ob ich nach diesem Erlebnis noch einmal Ägypten besuchen würde, war meine Antwort ganz klar „Nein“, weil mir der Schock noch in den Gliedern saß, aber ich kann ein solches Handeln nicht mit meinem Gewissen vereinbaren – das sollte niemand! Und kein Tier sollte so ein Leid ertragen. Bewusster reisen und handeln, das sollte jeder Tourist machen.

 

Anmerkung:

Bei dem Versuch, die Tiere und die beschädigten Details zu fotografieren wurden wir leider sehr vehement von den Treibern abgehalten. Umso mehr hoffe ich, dass in diesem Fall mehr die Worte als Bilder für sich sprechen.

Nachwort:

Natürlich ist die Problematik weitaus komplexer und diffiziler, als man es an einem halben Tag aufgreifen und umsetzen kann, weswegen wir uns aufgrund der vielen Rückmeldungen, die auch durchaus kritischer Art sind, mit Hilfsorganisationen in Verbindung gesetzt haben und schauen, wie man hierzulande mehr Bewusstsein für dieses Thema kreieren kann. Ich danke euch für eure Anregungen, Kritiken und Erfahrungen, wir werden hier auf jeden Fall am Ball bleiben. Das Ziel soll ja schließlich nicht sein, dem Land zu schaden, sondern zu unterstützen.

Deswegen unser gut gemeinter Rat: Nicht dem Land einfach den Rücken kehren, sondern vielmehr bewusster in das Land reisen und sich vorher bei verschiedenen Reiseveranstaltern darüber informieren, wie sie zum Thema Tierschutz in diesem Land stehen. Dank unseres Artikels haben wir sehr gute Rückmeldungen von Neckermann Reisen und Thomas Cook erhalten, die sich für bessere Bedingungen im Land einsetzen, danke dafür. Ebenso ist es wichtig, sich nicht von den lockenden Billig-Angeboten und All-Inklusives blenden zu lassen, denn daran verdienen in erster Linie die Hotelketten und im Land kommt selten etwas davon an. Also, lieber nach kleinen Boutique-Hotels schauen, Reisen und Ausflüge mit Hilfe von ortsansässigen Kennern planen und durchführen, damit das Geld dann auch dort ankommt. Und vor allem immer mit einem bewussten Auge durch das Land gehen und nie vergessen: Den Menschen dort geht es schlecht und jeder Euro, den man dort einem Menschen in die Hand geben kann, hilft.

Ägypten ist ein Land, das sich lohnt, aber nur, wenn wir alle bewusst leben und respektvoll handeln. Danke.

Diesen Bericht haben wir im Internet gefunden und er spiegelt sehr gut wieder, was auch wir erlebt haben: Schlechte Zeiten für Vierbeiner in Ägypten

Zollenspieker Fährhaus

 

„Die schönsten vier Sterne liegen direkt an der Elbe“ – mit diesen Worten wird der Besucher der Website des Zollenspieker Fährhauses willkommen geheißen. Auf den ersten Blick könnte es schon ein wenig überheblich rüberkommen, doch hier muss man gleich sagen: Ehre, wem Ehre gebührt.

Wir entschlossen uns die Weihnachtsfeiertage einmal abseits des alljährlichen Wahnsinns zu verbringen und den Tannenbaum mit Küchenchaos gegen Wohlfühlatmosphäre abseits der Hamburger Hektik zu verbringen. Die Empfehlung zum Zollenspieker Fährhaus kam aus der Familie und wir waren sehr froh, dieses Haus gewählt zu haben.

Von außen sehr modern, schon fast kühl gehalten empfängt uns ein sehr modernes Ambiente, das geweißte Wände mit freigelegtem Backstein, rustikalen Holzböden und anthrazitfarbenen Metallelementen verbindet. Ein cooler, urbaner Look, den man so nicht direkt an der Elbe erwartet hätte. Auch wenn das Hotel auf den ersten Blick noch wie ein Fremdkörper in der Landschaft wirkt, fügt es sich nach und nach sehr gut in die Umgebung ein, ohne ihr etwas von ihrer kühl-norddeutschen Wirkung zu nehmen.

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Die Zimmer

Die insgesamt 62 Zimmer in verschiedenen Kategorien wurden so angelegt, dass jeder Gast einen direkten Blick auf die Elbgabelung hat, an der das Hotel liegt. Das gesamte Hotel arbeitet mit klaren Linien und Strukturen, dem Gegenspiel von Holz, Metall und Stein, und dennoch steht der Wohlfühlfaktor ganz oben auf der Liste. Gemütliche Loungemöbel mit farbigen Akzenten finden sich nicht nur in den Zimmern, sondern im ganzen Hotel wieder, und schaffen eine urbane Kuschelatmosphäre, die gerne durch das raue Wetter an der Elbe verstärkt wird. Nichts ist hier schöner, als sich bei jedem Wetter einzupacken, einen Spaziergang zu machen und sich danach gemütlich einzukuscheln.

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Die Kaminbar

Doch dazu muss man nicht unbedingt wieder auf’s Zimmer gehen, wo es doch direkt rechts neben dem Haupteingang diese sehr geschmackvoll designte Kaminbar gibt. Das Interieur-Konzept wird ganz stringent auch hier fortgesetzt, aber durch große, klarlinige Sofas und Sessel mit rustikalen Holztischen erweitert. Die Bar also solches gerät in den Hintergrund, wenn man sich in die Sessel fallen lässt und durch die prominenten Fensterfronten der Elbe zuschaut. Zentrales Element dieser Bar ist der Kamin aus Backstein, Glas und Metall, der gerade nach einem kalten Spaziergang kräftig durchwärmt, wenn es die leckeren Getränke-Kompositionen der Barkeeper nicht schaffen.

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Der Wellness-Bereich

OK, ich hatte leider keine Wellness-Behandlung, doch wurde mir zugetragen, dass sowohl die Gesichtsbehandlungen als auch die Ganzkörpermassagen sehr zu empfehlen sind. Aber einen Eindruck vom Saunabereich muss bei so einem Besuch schon einmal sein. Klare, helle Farben und weißes Holz dominiert das Bild, dass im Gegensatz zum Rest des Hotels eher in organischen Formen angelegt ist. Wellenartige Formen und Rundungen nehmen die Optik der Elbe auf, der man beim Entspannen durch die originalen Bullaugen zu schauen kann, während man auf den ergonomischen Liegen entspannt. Und abschalten kann man hier wirklich hervorragend, denn auch die Aufteilung ist so gewählt, dass die Ruhebereiche und Saunazonen sehr gut voneinander getrennt sind. Hier kann man bei finnischen Saunen, Aroma-Saunen bis hin zu Dampf-Saunen eigentlich alles finden, was das gestresste Herz begehrt. Auftanken, abschalten und weiter geht es.

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Das Restaurant

Schließlich muss auch der Hunger gestillt werden. Das geht im direkt am Hotel gelegenen Restaurant. Während das Hotel erst 2012 gebaut worden ist, gibt es das Traditionsrestaurant schon sehr viel länger und ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel oder eine traumhafte Location für Veranstaltungen. In erster Linie ist es ein exzellentes Restaurant mit einer geschmacklich sehr guten Küche und einem aufmerksamen Service, bei dem man wirklich merkt, dass hier Wert auf jedes kleine Detail gelegt wird. Die Karte ist klein und überschaubar, bietet aber dennoch für jeden Geschmack das passende. Die Preise liegen im moderaten Bereich und entsprechen der Qualität des Hauses. Unser weihnachtliches Gänseessen übertraf unsere Erwartungen bei weitem und selbst am anderen Abend, als wir à la Carte bestellen, wurden wir nicht enttäuscht, sondern nach bester Manier verwöhnt.

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Das Fazit

Ein Juwel im Verborgenen, so kann man das Zollenspieker Fährhaus wirklich nennen. Hotel und Restaurant sind von einer sehr angenehm natürlichen Freundlichkeit und achten wirklich auf jedes noch so kleine Detail. Besonders die gute Laune eines jeden Mitarbeiters wirkt nicht aufgesetzt oder gespielt, man merkt, dass sie Spaß an dem haben, was sie machen und vor allem merkt man die perfekte Einarbeitung, was den Service am Kunden angeht. Wir hatten mehr als gelungene Feiertage – auch wenn der Weihnachtsbaum gefehlt hat – mit verschiedenen Highlights, die uns das Hotel präsentiert hat, vielen Dank.

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Zollenspieker Fährhaus
Zollenspieker Hauptdeich 141
21037 Hamburg
Telefon +49 (0)40 793133-0
Telefax +49 (0)40 793133-88
info(at)zollenspieker-faehrhaus.de

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